Das Formula Student Konzept

Mehr als nur ein Rennevent

Bei der Formula Student gewinnt nicht einfach das schnellste Auto - sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion, Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. Der Anspruch der Formula Student ist die Ergänzung des Studiums um intensive Erfahrungen mit Konstruktion und Fertigung, sowie mit den wirtschaftlichen Aspekten des Automobilbaus zu machen.
Die Herausforderung für die Teams besteht darin, einen Prototypen zu konstruieren und zu bauen, der den Anforderungen des Reglements der FS entspricht. Zur Ermittlung des besten Fahrzeugs bewertet zum einen eine Jury aus Experten der Motorsport-, Automobil- und Zulieferindustrie jede Konstruktion, jeden Kostenplan und jede Verkaufspräsentation. Zum anderen beweisen die Studenten auf der Rennstrecke in verschiedenen Disziplinen, wie sich ihre selbstgebauten Boliden in der Praxis bewähren.

Die unterschiedlichen Disziplinen der Formula Student

Die Formula Student wird in 3 statischen und 5 dynamischen Disziplinen ausgetragen.
Die studentischen Teams "verkaufen" den Juroren ihre konstruktiven Lösungen (150 Punkte), verteidigen ihre kalkulierten Kosten (100 Punkte) und präsentieren ein Geschäftsmodell (75 Punkte).
Auf der Rennstrecke müssen die Prototypen ihre Fähigkeiten bei der Beschleunigung (75 Punkte), beim Acht-Fahren (75 Punkte), im Handling (100 Punkte), im Dauerbelastungstest (325 Punkte) und hinsichtlich Energieeffizienz (100 Punkte) beweisen.

Statische Disziplinen

Disziplinen abseits der Rennstrecke

Ein bis ins Detail durchdachter Business Plan, eine aufschlussreiche Kosten- und Prozessanalyse und eine professionelle Produktpräsentation in Form eines Designreports - all das sind Aufgaben, denen sich unsere jungen Ingenieure und Kaufmänner/-frauen in der Wirtschaft immer wieder stellen müssen. Und genau aus diesem Grund wird auch auf den Formula Student Events ein so großer Wert auf diese Disziplinen gelegt.

Engineering Design Event

Im Design Report halten die studentischen Konstrukteure ihre konstruktiven Lösungen und deren Vorteile fest. Acht Seiten Text und Fahrzeugzeichnungen sollen die Juroren von den Konstruktionen und ihren Vorzügen für die Zielgruppe des nicht-professionellen Wochenendrennfahrers überzeugen. Beim Wettbewerb werden die Konstruktionen von den Juroren am Fahrzeug begutachtet und mit den Studenten diskutiert. Die Bewertung erfolgt anhand des Design Reports, der Antworten in der Diskussion und der Begutachtung des Fahrzeuges.

Business Presentation Event

Die Teams stellen einer fiktiven Herstellerfirma vertreten durch die Juroren ihren Geschäftsplan für den gebauten Prototypen vor. Damit sollen sie diese davon überzeugen, dass ihr Fahrzeug am besten die Anforderungen der Zielgruppe des nicht-professionellen Wochenendrennfahrers trifft und entsprechend gewinnbringend produziert und vermarktet werden kann. Die Teams tragen zehn Minuten vor und stellen sich anschließend fünf Minuten den Fragen der Juroren. Bewertet werden Inhalt, Aufbau, Aufbereitung und Darbietung des Vortrags sowie die Antworten des Teams auf Fragen.

Cost and Manufacturing Event

Die Kosten sind für den Bau eines Rennwagens ein relevanter Faktor. Beim Cost Event beschäftigen sich die Studenten daher mit Kalkulation, Fertigungstechniken und -prozessen. Die Disziplin besteht aus einem schriftlichen Bericht (dem Cost Report) und einer Diskussion mit den Juroren am gebauten Prototypen. Der Cost Report enthält eine Auflistung aller Teile - vom Reifen bis zu den Herstellungskosten für Spezialwerkzeuge. Bewertet wird die Aufbereitung des Cost Reports, das Verstehen von Fertigungsverfahren zur Kostenoptimierung, der Preis und eine Real Case-Aufgabe zur Kostenreduktion.

Dynamische Disziplinen

Der Hauptact der Formula Student

In den dynamischen Disziplinen müssen die Fahrzeuge die Praxistauglichkeit der studentischen Konstruktionen auf der Rennstrecke unter Beweis stellen. Die Disziplinen erfordern dabei unterschiedliche Eigenschaften. Bei jeder Disziplin starten zwei Fahrer mit je zwei Versuchen (bis auf den Endurance). Gewertet wird der beste Versuch als das Optimum, das das Fahrzeug erzielen kann.

Acceleration

Auf einer 75 Meter langen Geraden müssen die Rennwagen beweisen, wie schnell sie aus dem Stand beschleunigen können. Die Besten bewältigen die Strecke in unter vier Sekunden.

Skid Pad

Die selbstgebauten Rennwagen durchfahren einen Parcours in Form einer Acht. Jeder Kreis wird zweimal nacheinander umrundet, gestoppt wird jeweils die zweite Runde. Eine gute Rundenzeit zeigt, welche Querbeschleunigung das Fahrzeug erreichen kann. Diese kann bis zu 1,4 g betragen.

Autocross

Über eine etwa ein Kilometer lange Runde fahren die Monoposti durch Geraden, Kurven und Schikanen. Eine schnelle Rundenzeit ist Indikator für eine gute Fahrdynamik, gute Handling- und Beschleunigungseigenschaften. Die Platzierung im Autocross entscheidet zudem über die Startreihenfolge im Endurance.

Endurance

Der Endurance stellt mit der höchsten erreichbaren Punktzahl die Hauptdisziplin dar. Über eine Renndistanz von 22 Kilometern muss sich die Gesamtkonstruktion unter Dauerbelastung beweisen. Hier sind alle Eigenschaften von der Beschleunigung bis hin zu Handling und Fahrdynamik gefragt. Der Endurance erfordert auch Renngeschick des Fahrers, da bis zu vier Fahrzeuge gleichzeitig auf der Strecke sind. Jedes Team hat einen einzigen Versuch, die Fahrer wechseln nach 11 Kilometern.

Efficiency

Die für die Efficiency-Wertung benötigten Daten werden während des Endurance-Bewerbes gesammelt. Dabei wird die auf den 22 Kilometern verbrauchte Energiemenge im Verhältnis zur gefahrenen Zeit ermittelt und bewertet.

Rennevents

Austragungsorte der Formula Student

Der ursprünglich aus den USA stammende Konstruktions- und Design-Wettbewerb Formula SAE fand Mitte der 90iger Jahre zum ersten Mal in Europa, auf dem Silverstone Circuit, statt. Auch heute ist dieses Rennen ein fester Bestandteil des Rennkalenders vieler Teams. Im Laufe der Jahre kamen zahlreiche weitere Austragungsorten hinzu. So dürfen die Eigenbau-Boliden der Studenten heute z.B. am Hockenheimring in Deutschland, am Red Bull Ring in Spielberg oder auch auf der hauseigenen Teststrecke vom Rennwagenhersteller Dallara in Varano de Melegari ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Seit 2010 wird auch ein Rennen im ungarischen Györ ausgetragen.

TUW Racing Erfolge

Eine Erfolgsgeschichte

Nach der Gründung im Jahr im 2007 konnte bereits beim ersten Rennen in Silverstone 2008 der Award für Engineering Excellence entgegengenommen werden. Im gleichen Jahr wurden noch zahlreiche weitere Top Platzierungen eingefahren. TUW Racing war in der Formula Student angekommen und versetzte die Konkurrenz und Judges in Staunen. Seither fällt TUW Racing immer wieder durch eines der radikalsten Leichtbau-Konzepte und zahlreiche weitere Innovationen, vor allem im Bereich Antrieb und Fahrwerk auf. TUW Racing zeigt, was mit Kreativität und durch die Unterstützung unserer zahlreichen, namhaften Sponsoren, möglich ist.